Im März 2005 schickt Sie HINTERINDIEN.DE in die Hölle. Sie lesen richtig! Denn "Hölle" nennt sich einer der schönstgelegenen Orte im nördlichen Frankenwald. Das "Höllental", das sich hinter dem Ort nordwärts erstreckt, lädt zu einer Wanderung mit hohen Ausblicken und dem entspannenden Rauschen der "Selbitz" ein. Berühmt ist das Höllental außerdem durch das "Höllensprudel"-Mineralwasser, das über die Grenzen Frankens hinaus bekannt ist.

Um Hölle - den Ausgangsort dieser Tour - zu erreichen, empfiehlt HINTERINDIEN.DE den Routenplaner www.map24.de. Geben Sie als Zieladresse "95119 Naila (Hölle)" ein. In der Ortsmitte von Hölle - ist ein Wanderparkplatz beschildert, der nicht zu übersehen ist (Bild rechts: Ansicht des Startpunktes).

Am seinem hinteren Ende verlässt ein Wanderweg den großen Parkplatz. Rechter Hand führt eine mit Baumstämmen stabilisierte Natur-Treppe den Hang hinauf. Diese Steigung ist am Anfang der Tour am leichtesten zu überwinden. Nach einer (steilen) Weile wird es oben dann auch wieder flach bis Sie auf einen breiten Weg treffen. Gehen Sie diesen nach links weiter. NEU: Hier ändert sich allerdings der Weg, weil noch immer unzählige Bäume, die vom Januar-Sturm Kyrill niedergestreckt wurden, den breiten Forstweg blockieren.

Biegen Sie nach einem kurzen Stück - dem Holz-Wegweiser folgend - nach links in den Naturlehrpfad ein. Er führt nun auf und ab am Hang entlang. Achten Sie hier auf Ihre Trittsicherheit, damit Sie nicht fallen oder gar abrutschen. Vom Naturlehrpfad bietet sich allerdings ein grandioser Blick steil hinunter ins Tal. Nach einem knappen Kilometer kommen Sie direkt zum alten Rebecca-Stollen. Eine Informationstafel weist auf ihn hin, und durch eine steinerne Rinne fließt aus diesem Stollen heute noch stetig Wasser.

Nach dem Rebecca-Stollen steigt der Weg an und erreicht nach ca. 100 Metern oben einen Querweg auf dem Sie nach links abbiegen. Hier erreichen Sie wieder den eigentlichen Weg mit dem Wegsymbol zweier roter Querstreifen (). Nach 100 Metern treffen Sie dann auf eine schlichte kleine Schutzhütte. Hier lohnt es sich, kurz auszuruhen. Nach dem Passieren der Hütte wird der Weg nun auffallend enger, felsiger und romantischer. Geben Sie etwas acht, da der Hang links vom Weg steil ab ins Tal hinab fällt.

Nach einigen hundert Metern auf dem natürlicheren Weg erreichen Sie den ersten Aussichtspunkt: die "Kanzel". Von ihr aus bietet sich der erste Ausblick hinüber zum "König-David-Aussichtspunkt" und - etwas unterhalb - den "Hirschsprung". Nach der Kanzel führt der Weg wieder ca. 70 Meter weit leicht bergab. Unten erreichen Sie einen breiteren Forstweg. Wandern Sie hier nach rechts oben weiter. Dort angekommen, weist ein Wegweiser dann nach links hin zum "König David-Aussichtspunkt".

Der Weg steigt von nun ab wieder an und biegt oben (Symbol beachten) links ab. Es geht an einem kleineren Aussichtspunkt mit Bank vorbei. Danach ist der Weg geschottert und führt wieder leicht bergab bis zum großen "König David-Aussichtspunkt". Er liegt stolze 170 Meter über dem Talgrund. Von hier aus haben Sie einen grandiosen Blick hinunter ins Tal der Selbitz und bis hinüber zum Städtchen Lichtenberg. Lassen Sie sich hier etwas Zeit und genießen Sie den erhabenen Aussichtspunkt.

Den "Hirschsprung" erreichen Sie, indem Sie den felsigen Aussichtspunkt geradeaus überqueren. Ein steiniger Weg - bei dem Sie jeden Schritt mit guter Aufmerksam tun sollten - führt ein Stück weit bergab bis zu einem weiteren kleineren Aussichtspunkt. Und schon rückt der "Hirschsprung" ins Blickfeld. Ganz Mutige wagen sich sogar bis hin zu hölzernen Hirschfigur. Hier ist aber größte Vorsicht nötig - Absturzgefahr! Aber auch vom sicheren Standpunkt aus sehen Sie den überlebensgroßen hölzernen Hirschen, der gerade zum Sprung ins Tal ansetzt. An einem weiteren kleinen Aussichtspunkt ist übrigens der Blick nach Norden ins nahegelegene Südthüringen frei.

Vom "Hirschsprung" aus führt der "Frankenweg" weiter. Nach einem kurzen Stück biegt ein Weg - gekennzeichnet mit einem blauen I und mit einem blauen S ab und führt kurvig ins Tal hinunter. Ein Stück weiter unten treffen Sie auf ein Hinweisschild in Richtung "Blechschmidtenhammer". In weiten Serpentinen führt der Weg gar bis ganz unten im Tal, bis sie an die "Selbitz" treffen. Hier sind Sie übrigens der früheren deutsch-deutschen Grenze sehr nahe. Sie verlief einst hinter der großen Straßenbrücke, die Sie rechts der Häuser von "Blechschmidtenhammer" sehen.

Auf dem (anfangs) breiten Forstweg, auf denen der Abwärts-Pfad mündet, gehen Sie dann nach links weiter. Jetzt geht es erst einmal immer geradeaus weiter an der Selbitz entlang. Nach etwa 500 Metern erreichen Sie eine große Holzbrücke mit Türmchen, den "Jungfernsteg". Überqueren Sie diese Brücke und gehen Sie auf am anderen Ufer nach links weiter in Richtung Süden. Kurz darauf treffen Sie auf das alte Kraftwerk Höllental, das bereits im Jahr 1888 gebaut wurde und das bis zum heutigen Tage in Betrieb ist. An den Sonntagen im Sommer bietet sich hier immer ein besonderes Spektakel: dann können Sie die bis zu 35 Meter hohe Wasserfontäne sehen, die nur zu Demonstrationszwecken für die Wanderer bei schönem Wetter in Betrieb ist. Links oben hinter dem Kraftwerk befindet sich zudem der alte Wasserturm, zu dem Sie zusätzlich hochsteigen können.

Weiter geht es allerdings gerade aus am Kraftwerk vorbei, bis Sie nach etwa einem Kilometer den "Teufelssteg" erreichen. Hier soll der Belzebub einst leibhaftig gesehen worden sein, was uns im "Höllental" nicht wundern muss. Unser (breiter Schotter-)Weg führt nichtsdestotrotz unbeirrt geradeaus zurück in Richtung des Ortes Hölle. Sie unterqueren noch eine alte steinerne Eisenbahnbrücke. Sie ist wohl seit langem außer Betrieb, was der üppige Pflanzenbewuchs verrät. Nach einem weiteren Kilometer ist der Weg dann wieder gepflastert, und es erscheinen die ersten Häuser der "Hölle". Sie sehen: so schlimm war's doch gar nicht. Mehr noch: so wildromantisch und schön kann die Hölle sein ...

Die Länge des hier beschriebenen Weges beträgt fast 8 Kilometer. Die von HINTERINDIEN.DE beschriebene Tour wird etwa 2,5 Stunden dauern.

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>> Unser Bildteil zeigt Ihnen Impressionen
aus dem Höllental <<