Durch sagenumwobene Wälder führt Sie HINTERINDIEN.DE im Juni 2005. Im Rahmen der Main-Donau Tour wandern Sie sowohl über geschichtsträchtigen, von mittelalterlichen Sagen behafteten Boden, als auch - mit dem Main-Donau-Kanal - an einem Bauwerk der Moderne entlang. Und um die heiße Sonne im Juni dabei gut ertragen zu können, gibt es bei diesem Weg kaum nennenswerte Steigungen.

Um den Start-Parkplatz mit dem Schild nach Eichelberghof (direkt am Main-Donau-Kanal) zu erreichen, empfiehlt HINTERINDIEN.DE den Routenplaner www.map24.de. Geben Sie als Zieladresse "Brunnau, 90584 Allersberg" ein. Fahren Sie - von der Autobahn A9 her kommend - an Brunnau vorbei. Etwa 1,7 km nach dem Ort (also kurz vor dem Main-Donau-Kanal) weist ein Straßenschild nach
rechts zum "Eichelberghof". Biegen Sie hier rechts ein und fahren noch etwa 250 Meter bis Sie rechter Hand auf einen Parkplatz treffen, der am Main-Donau-Kanal liegt (zur Ansicht des Startpunktes).

Vom Parkplatz aus führt ein gerader Forstweg im rechten Winkel vom Kanal weg in den Wald. Sie erkennen diesen anfangs geschotterten Weg an einem Schild, das Autos und Motorrädern verbietet, dort hinein zu fahren. Er führt schnurgerade durch den Wald in der Ebene. Gewöhnlich finden sich in Franken die Wälder meist an Berghängen. Anders in Mittelfranken: Hier sind auch weite, ebene Wälder landschaftstypisch. Etwa 200 Meter vom Parkplatz entfernt gabelt sich der Weg. Gehen Sie hier geradeaus - also leicht rechts - auf dem jetzt natürlicheren Weg (Bild) weiter. Sofern Sie sich umdrehen, behalten Sie immer noch den Parkplatz im Blickfeld. Nach einer Weile führt er geradeaus an die große Straße, auf der Sie von der Autobahn kommend, den Start-Parkplatz erreicht haben. Überqueren Sie an dieser Stelle die Straße. Auf der anderen Seite führt - von einem Schild flankiert - der Weg wieder geradeaus in den Wald hinein.

Kurz darauf treffen Sie auf einen Wegweiser (
) , der zum ersten Highlight dieser Tour weist: der Ruine Wartstein auf dem Teufelsknopf. An der darauf folgenden Gabelung geht es (leicht links) geradeaus weiter. Jetzt begleitet Sie ein Wegweiser mit einem weißen R auf rotem Grund ( ). Und nun, da der Weg schon weiter von der Straße weg führt, sind keine Verkehrsgeräusche mehr zu hören. Vogelgezwitscher tritt jetzt in den Vordergrund und überhaupt füllen viele Tiere jetzt im Sommer den Wald mit Leben.

Nach über einem halben Kilometer kommen Sie dann am "Weißen Kreuz" vorbei. Von ihm erzählt die Legende:
Einst, im 30-jährigen Krieg haben Tillys Truppen die Burg Wartstein zerstört, die Bewohner niedergemacht und das Burgfräulein Hilde, das um Ehre und Leben bat, zum Todessturz von der Zinne des Turmes getrieben. Niemand konnte glauben, dass die schöne Hilde nicht mehr am Leben sei und Geheimnisvolles rankte sich um ihre Person.
Im Innern der Burgruine - so erzählt sich das Volk - lebt sie und schafft am Guten weiter. Zur Zeit der Jahreswende springt um Mitternacht ein Gewölbe auf und heraus tritt sie in weiße Gewänder gehüllt, mit weißem Schleier bedeckt. In der rechten Hand trägt sie einen Krug. Mit demselben schreitet sie bis zum ersten Haus in Eichelburg, den Ort selbst betritt sie nie. Sie schwenkt sodann auf den nahen Schöttleinsweiher zu und füllt den Krug. Bei ihrem Rückweg geht sie zum nahen Kreuzstein und betet dort für das Seelenheil der unschuldig Ermordeten.
Viele Jahre wurde sie gesehen und so erhielt der Stein den Namen: "Weißes Kreuz". Wie sie gekommen, verschwindet sie wieder in den Gewölben der Burgruine.

Oben auf der Ruine Wartstein soll zudem in der Johannisnacht eine wunderschöne Blume von tiefblauer Farbe blühen, ein Zeichen, dass die Jungfrau noch lebt. Wer im Besitz dieser wundersamen Blume ist, kann sich wünschen, was das Herz begehrt ...

Kurz nach dem "Weißen Kreuz" mündet der Weg wieder auf eine kleine Teerstraße, auf die Sie links abbiegen und nach ca. 30 Meter wiederum links abbiegen, auf einen Weg in den Wald. Auch der Weg mit dem weißen R ( ) weist hier links hinein. Nach etwa 100 Metern weisen sämtliche Wegweiser nach rechts. Hier ist übrigens die einzige kleine Steigung hoch zum 392 Meter hohen Teufelsknopf mit der Ruine Wartstein. Nach einer Weile führen mehrere kleine Pfade links hoch zum Bergkamm auf dessen felsiger und bewaldeter Kuppe einst die Burg Wartstein stand. Beim zweiten der Pfade weist auch ein Wegweiser hoch zur Ruine. Heute ist nur noch das felsige Fundament übrig geblieben. Doch halt: Einige dunkle Gewölbe und Spalten öffnen sich noch am Boden. Manch "steinerner Altar" ragt noch auf. Und am vermutlichen Eingang erkennt man noch die Spuren einer archaischen Treppe ...

An diesem sagenumwobenen Ort erzählt uns eine hölzerne Tafel die Legende, wie der Teufelsknopf zu seinem Namen kam:
Am 10. August 1661 war der Besitzer eines Wirtshauses zu Eckersmühlen Hermann Feyl unterwegs zur Burgruine "Wartstein". Dort angekommen, betrachtete er die Gegend. Plötzlich, wie aus dem Nichts, stand der Teufel in Menschengestalt vor ihm. Er war in Landsknechtuniform und rotem Mantel bekleidet. Er trug einen Hut mit wallendem Federbusch. Der Leibhaftige bot dem fast zu Tode erschrockenen Feyl einen Taler an, wenn er ihm sein Blut gäbe. Doch Feyl widerstand kräftigst der Versuchung und drohte ihm Prügel an. Mit ohrenbetäubendem Geheule und schrillem Gekreische verschwand der Teufel und hinterließ einen abscheulichen Gestank. Dabei verlor er einen goldenen Knopf von seinem Mantel. Feyl rannte wie ein Besessener weg von diesem unheimlichen Ort.
Seit dieser Zeit wurde Feyls Verstand immer von Wahnvorstellungen heimgesucht. In einem lichten Moment wurde ihm die hl. Kommunion erteilt, bevor er starb.
Seit dieser Zeit heißt der Ort "Teufelsknopf", "Teufelsknock" oder "Teufelsknorz". Und noch heute behaupten manche, dass es hier spukt.

Verlassen Sie die Wartsteinfelsen wieder über die angedeutete Treppe und gehen Sie vor zur älteren Sagen-Tafel, wo Sie herauf gekommen sind. Biegen Sie wieder nach rechts unten auf den breiten Weg ab, auf dem Sie den Bergkamm erreicht haben. Auf diesem breiten Weg geht es jetzt nach links weiter. Sie sehen hier einen blauen Wegweiser mit der Nummer 6 ( ). Nach nur einem kleinen Stück biegt dieser Weg dann nach rechts ab und führt aus dem Wald hinaus zur Straße, die Sie bereits durch die Bäume erkennen können.

Auf dieser Straße laufen Sie dann nach links in Richtung Eichelburg. Halbrechts über den Wiesen und Feldern erkennen Sie jetzt schon das nächste Highlight dieser Tour. Sie sehen eine Gruppe hoher Baumstämme, die wie Marterpfähle aufgestellt worden sind. Nach etwa 150 Metern biegt - kurz vor dem Ortsschild "Eichelburg" - ein Feldweg nach rechts in Richtung dieser Pfähle ab. Es handelt sich bei diesem Ort um die Roth-Eichelburger Dingstätte. Als "Ding" oder "Thing" bezeichnet man eine frühere germanisch-vorchristliche Volks- und Gerichtsstätte. Hier versammelten sich einst die sogenannten "Dingmänner" und hielten Rat und Gericht. Auch zur Heeresmusterung und als Opferstätte wurde das "Ding" einst genutzt - davon zeugt das aufgerichtete Stein-Tischplateau. Am 29. November 2001
übergab der Künstler Ottokarl Hüttlinger diese archaischen Gesichter der der Stadt Roth als Geschenk. Die hölzernen Köpfe erwecken ein bisschen den Eindruck, als stünde man auf den Osterinseln die wegen ihrer bekannten großen Steinköpfe weltberühmt sind ...

Von der Dingstätte führt rechts ein Feldweg weiter an den großen, von Bäumen gesäumten Weiher. An seinem rechten Ufer geht es dann weiter zu einer sehr ruhigen Teerstraße. Laufen Sie auf dieser nun nach links. In dieser Richtung geht es jetzt - in einem leichten Bogen - knapp eineinhalb Kilometer bis hin zum Main-Donau-Kanal. An den Bäumen am Straßenrand ist auch ab und an wieder ein Wegweiser mit der Nummer 6 ( )
angebracht. Am Kanal angekommen, empfiehlt Ihnen HINTERINDIEN.DE, von der Mitte der Straßenbrücke einen Blick hinunter auf den Kanal zu werfen. Er ist die vom Menschen geschlossene Verbindung der Flüsse Rhein, Main und Donau. Diese wohl bedeutendste Wasserstraße Europas führt somit von der Nordsee bis zum schwarzen Meer - und verbindet damit viele Völker und Länder unseres Kontinents.

Der Weg führt aber bereits weiter, bevor die Straße die Brücke überquert. Unübersehbar biegt ein breiter geschotterter Wanderweg nach rechts ab. Zwar führt ein weiterer Weg auch unten am Kanal entlang, bleiben Sie jedoch hier auf dem oberen Weg. Auf diesem geht es nämlich nun wieder fast eineinhalb Kilometer am Kanal entlang. Ab und an fahren unten auf dem Kanal auch Schiffe vorbei. Etwa 250 Meter nachdem Sie an einem künstlich angelegten Wassertümpel vorbei gekommen sind, biegt der 6-er-Weg nun nach rechts in den Wald ab (bitte auf den Wegweiser achten). Zur Orientierung: Sie sehen links am anderen Ufer des Kanals einige Industrie-Verladekräne. (Hier haben Sie die Wahl: Sie könnten geradeaus weiter am Kanal entlang gehen - dann erreichen Sie nach etwa 1,2 Kilometern den Startpunkt.) HINTERINDIEN.DE empfiehlt Ihnen jedoch, an dieser Stelle dem 6-er-Weg in den Wald zu folgen.

Auf einem natürlichen Waldweg geht es geradeaus - an einer Gabelung leicht links - entlang. Hier im Wald ist es im Gegensatz zum Weg am Kanal wieder etwas schattiger. Gehen Sie immer geradeaus und achten Sie auf den blauen 6-er-Wegweiser ( ). Sie erreichen eine Kreuzung, vor der auf beiden Seiten des Weges eingezäunte Waldbereiche liegen. An ihr geht es - leicht nach links versetzt - auch wieder geradeaus weiter bis Sie wieder die kleine Teerstraße im Wald erreichen. An dieser Straße betreten Sie nun wieder bekanntes Terrain. Vorhin ging es gegenüber geradeaus in Richtung Ruine. Laufen Sie jetzt wieder 30 Meter nach links und überqueren Sie die Straße. Der Weg gabelt sich: nehmen Sie an dieser Stelle den rechten Weg. Kurz darauf kommen Sie wieder am "Weißen Kreuz" vorbei. Der R-Weg ( ) ist nun wieder Ihr Begleiter.

Ab jetzt geht es geradeaus durch den Wald bis Sie wieder die große Straße, die von der Autobahn her kommt, erreichen. Auch diese überqueren Sie nun wieder und nehmen bei der Gabelung auf der anderen Seite den linken Weg. Jetzt sehen Sie auch schon von weitem den Parkplatz, von dem Sie gestartet sind. Schnurgerade geht es jetzt wieder direkt auf den Start und Zielpunkt dieser Tour zu. Jetzt lädt der nahe gelegene Rothsee zu einem abkühlenden Bad ein ...

Die Länge des hier beschriebenen Weges beträgt 7,5 Kilometer. Die von HINTERINDIEN.DE beschriebene Tour wird etwa 2,5 bis 3 Stunden dauern.

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