Als einst Johann Gottfried Herder (1744–1803) durch den Itzgrund reiste, formulierte er seine Bewunderung in einfachen Worten: „Es ist die schönste Gegend von der Welt...“. HINTERINDIEN.DE führt Sie im Juli auf eine Rundwanderung durch das Gemeindegebiet von Untermerzbach.

In der Ortsmitte von Untermerzbach finden Sie unweit einer kleinen Brücke eine Wanderkarte mit einem dazugehörigen Wegweiser. Auf ihm sehen Sie verschiedene Wanderwege mit einem Tiersymbol. HINTERINDIEN.DE hat für Sie den Weg mit dem Fuchs-Symbol vorab erkundet und kann ihnen diesen Weg für eine circa 2-3-stündige Wanderung emfehlen. Er ist etwa 10 Kilometer lang. Folgen Sie diesem Hinweis-Schild (mit Blickrichtung auf die Wanderkarten-Tafel) nach rechts.

Der Fuchs-Weg führt Sie nun erst einmal aus Untermerzbach hinaus in Richtung des Ortsteils Gereuth. Und schon kurz nach Untermerzbach erhalten Sie einen ersten Überblick über dieses Seitenbecken des Itzgrund-Tals. Nach 2 bis 3 Kilomtern erreichen Sie dann auch Gereuth mit seinem alten und – gleich gegenüber – neuen Schloss. Das rechter Hand gelegene alte Schloss fällt vor allem durch seine Arkatur zur Straße hin auf. Nicht weniger buhlt aber das neuere Barockschloss (Bild) gegenüber um die Aufmerksamkeit des Besuchers. Einst als Wasserschloss angelegt, wartet es heute – nachdem es in der Mitte des 19. Jahrhunderts trocken gelegt wurde – auf eine grundlegende Rennovierung. Gleich hinter dem neuen Schloss wartet auf Sie eine Einkehrmöglichkeit im Biergarten.

Wenn Sie den Platz zwischen den beiden Schlössern überschritten haben, leitet Sie der Fuchs-Weg nun (leicht links gerade aus) weiter an einer großen Hecke entlang auf einen Feldweg. Etwa 200 Meter außerhalb von Gereuth biegt er dann nach rechts ab. Er steigt nun leicht an bis zum „Gereuther See“, einem größeren Weiher an dem wir sogar an einem der heißesten Nachmittage auf Angler trafen. Vom See aus steigt der Weg nun deutlich steiler bergan bis sie oben einen herrlichen Blick auf Gereuth haben.

Aber nun heißt es aufgepasst: Der Weg stößt nun auf eine Gemeindeverbindungsstraße. Hier FEHLT ein Wegweiser! Bitte wandern Sie auf der Straße links, weiter bergan, bis Sie – nach circa 100 Metern – wieder auf einen Fuchs-Wegweiser treffen. Nach weiteren 100 Metern biegt der Weg nun nach rechts in eine Allee an der Bergkante ein.

Nun haben Sie das absolute Hightlight erreicht. Der Anstieg hat sich gelohnt! Genießen Sie den weiten Blick über den Itzgrund bis hinüber zu „Frankens Goldener Pforte“ – markiert durch Kloster Banz. Eine nach der Flurbereinigung eingerichtete Ruhebank mit Hinweis-Stein lädt Sie zum Schauen und Verweilen ein.

Nach dem grandiosen Ausblick erreichen Sie auf dem Fuchs-Weg das kleine Örtchen Buch. Laufen Sie immer geradeaus – nicht ohne die alten Fachwerkhäuschen in ländlicher Idylle zu bestaunen – bis Sie das Ortsende (in Richtung Wüstenwelsberg) erreichen. Nach etwa 100 Metern biegt der Weg am Waldrand rechts ab. Eine geologische Info-Tafel erklärt Ihnen noch, was uns die Bodenbeschaffenheit vor Ort über die erdgeschichtsliche Frühzeit erzählt.

Ab der Hinweistafel führt nun der Weg am Waldrand entlang. Nach weiteren circa 50 Metern sollten Sie sich aber die Zeit nehmen und einmal den Trampelpfaden nach links in den Wald folgen. Sie gelangen an einen Platz mit einer eigenartigen Aura. Treppen, die anscheinend ins Nichts führen, ein präzise aus dem Felsboden herausgemeiseltes Plateau und viele dunkle Kellerlöcher, die in die blanke Felswand hineingeschlagen worden sind... Gekrönt wird dieser fast schon mystische Ort noch durch den von einer als „Schlupfstein“ bezeichneten Felsformation (im Bild: Nah-Ansicht). Man sagt diesem Felsen eine heilende Wirkungen für alle jene nach, die diesen Stein mit dem ganzen Körper durchschlüpfen... Sind Sie jedoch rundum gesund, sollten Sie vielleicht vorsichtig damit sein. Nicht dass er womöglich bei gesunden Menschen seine Wirkung umkehrt...

Nachdem Sie die mystische Aura auf sich einwirken lassen haben, verlassen Sie das Waldstück auf gleichem Wege wieder bis hinaus an den Waldrand. Und nach cira 30 bis 50 Metern heißt es erneut: Aufpassen! Leider ohne Hinweis-Schild biegt der Weg links in eine Baum-Schonung ab, die Sie durch den Zaun erkennen. Öffnen und schließen Sie die Improvisierte Zauntür bitte sorgfältig. Nach 20 Metern stoßen Sie dann auch gleich auf die Ausgangs-Zauntür der Schonung. Nun führt Sie der Weg wieder bergab – überquert einen Forstweg – und führt Sie wieder hinaus zum Waldrand mit Blick ins Tal. Gehen Sie auf dem Feldweg weiter, bis der Weg einmal abbiegt und bergan in Richtung Wüstenwelsberg steigt. Sie erreichen die Gemeindeverbindungsstraße nach Ober- und Untermerzbach. Folgen Sie dieser Straße nach rechts. Ab jetzt geht es wieder angenehm bergab.

Die nächsten beiden Fuchs-Hinweisschilder sind etwas zu schräg angebracht. Folgen Sie deswegen unbeirrt der Straße hinunter nach Obermerzbach. In dem Örtchen sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, einen Blick auf und vor allem in die kleine romanische Kirche zu werfen. Über der alten Kirchentür zieht ein archaisches Schlangenornament die Aufmerksamkeit auf sich. Die Mitte des Ornaments in der sich zwei Schlangenköpfe kreuzen, bildet das heutige Untermerzbacher Gemeindewappen.

Nach Obermerzbach biegt unser Wanderweg noch einmal nach links auf einen Feldweg ab. Er tangiert Untermerzbach nordwestlich über einen weiten Hügel. Folgen Sie – wie gewohnt – den Fuchs-Schildern. Nach einigen Minuten biegt der Weg dann nach rechts ab, zurück nach Untermerzbach. Er streift hier ein neues Baugebiet.

Nach dem hervorragend gelegenen Baugebiet führt eine auf beiden Seiten von alten Kellern gesäumte Straße wieder direkt in die Ortsmitte von Untermerzbach zurück – unserem Ausgangsort. Vergessen Sie in Untermerzbach übrigens nicht – falls Sie sich anfangs noch nicht die Zeit dazu genommen haben – einen Blick auf das Untermerzbacher Schloss zu werfen.

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